Jedes Schlaraffenreych hat eine Burg — den Ort, an dem es sippt. Die Burg der Washingtonia heißt Potomacburg, nach dem Fluss, der Washington erst zur Stadt macht, und sie liegt an der Wisconsin Avenue im Concord Club, dem deutschamerikanischen Geselligkeitsklub der Hauptstadt. Damit steht sie an genau jener Stelle, an der sich schlaraffisches und deutschsprachiges Washington berühren.
Der Name kommt vom Fluss
„Potomac“ ist kein englisches Wort. Es geht auf das Algonkin „Patawomke“ zurück, den Namen eines Dorfes am Südufer, und ist von dort auf den ganzen Strom übergegangen. Der Potomac ist 405 Meilen — 652 Kilometer lang und der viertgrößte Fluss der amerikanischen Ostküste. Er trennt den Bundesdistrikt von Virginia, und an seinem Ufer liegt Mount Vernon, das Gut George Washingtons.
Wer eine Burg nach diesem Fluss nennt, nennt sie nach dem Ältesten, was die Gegend hat — älter als die Stadt, älter als die Vereinigten Staaten, älter als die Sprache, in der man darüber spricht.
Wie lange der Name belegt ist
Der Burgname ist im Reychsarchiv früh bezeugt. Der Beleg zur Reychsfehde vom 8. Herbstmond 1973 — Herbstmond ist der September — nennt ausdrücklich die Potomac-Burg als Ort, an dem die Reyche Bostonia und Totowa ihre Fehde austrugen. Eine Fehde ist in Schlaraffia ein Wettstreit in Witz und Kunstfertigkeit, der mit Versöhnung endet; daß zwei fremde Reyche ihn in Washington austrugen, sagt etwas über das Ansehen dieser Burg.
Die Anschrift
Heute sippt die Washingtonia hier:
- Potomacburg im Concord Club
- 1st Floor, 2434 Wisconsin Avenue N.W.
- Washington, DC 20007
Die Kontaktseite dieser Uhunetzseite führt die Anschrift mit Kartenhinweis und die Wege zur Anmeldung. Gäste sind willkommen; die ersten Besuche sind frei und unverbindlich.
Der Concord Club
Der Concord Club ist ein privater Geselligkeitsklub der Deutschamerikaner Washingtons — und er ist keine beliebige Adresse. Mit ihm ist der Washington Sängerbund verbunden, 1851 aus dem Chor der Concordia-Kirche gegründet, jener Verein, der 1865 die Ehrenwache am Sarg des Präsidenten Lincoln sang, 1929 unter Wirtschaftsnot und Prohibition seinen Betrieb einstellte und sich 1934 neu gründete. Die Burg der Washingtonia hängt damit an dem Netz deutschsprachiger Vereine, von dem die Geschichte des Reyches erzählt.
Lacus potamicus
Der Fluss steht auch im Ordenswesen des Reyches. Zu den Einrittorden der Washingtonia gehört der „Korsar der Galeere vom Lacus potamicus“ — Lacus potamicus ist das Potomac-Wasser in lateinischem Gewand, und wer den Orden trägt, ist Seeräuber auf einer Galeere, die nie ausgelaufen ist. Neben ihm führt das Reych den Titul „Herr der sieben Meere“ für den Einritt in zehn verschiedene Überseereyche.
Die Angaben zum Reych und zum Burgnamen sind im elektronischen Allschlaraffischen Reychsarchiv belegt, überwiegend in den Jahrgängen der Deutschen Schlaraffen-Zeitung; die Anschrift stammt von der Kontaktseite dieser Uhunetzseite, die Angaben zum Potomac, zum Sängerbund und zum Concord Club aus öffentlichen Quellen. Zwei Dinge sind ausdrücklich nicht belegt und stehen deshalb nicht im Text: seit wann das Reych im Concord Club sippt, und wo es vorher sippte. Zwischen dem Beleg des Burgnamens für 1973 und der heutigen Anschrift liegt eine Lücke, die nur das Reych schließen kann. Bilder der Burg fehlen bislang; sobald das Reych sie beisteuert, wird diese Seite erweitert.